19.02.2026

Arbeitsschutz in der Pflege – So sicherst Du den Schutz Deiner Mitarbeiter

Arbeitsschutz in der Pflege ist ein zentrales Thema, das oft übersehen wird, obwohl die Branche zahlreiche Risiken mit sich bringt. Pflegekräfte sind täglich körperlichen, psychischen und oft auch infektiösen Belastungen ausgesetzt, die ihre Gesundheit und Sicherheit gefährden können. Ein umfassender Arbeitsschutz in der Pflege ist daher nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern auch ein unverzichtbarer Bestandteil für ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld. In diesem Blogbeitrag erfährst Du, welche speziellen Herausforderungen im Pflegebereich bestehen, welche Maßnahmen Du ergreifen kannst, um die Arbeitssicherheit zu erhöhen und wie Du die Gesundheit Deiner Mitarbeiter langfristig schützt.
Von: Hendrik Brexel
Eine Person schiebt einen Rollstuhl mit einer Person durch ein sonnenbeschienenes Feld.

Die besonderen Risiken im Pflegeberuf

Der Pflegeberuf ist besonders anspruchsvoll und bringt eine Vielzahl an Risiken mit sich, die den Arbeitsschutz zu einer großen Herausforderung machen. Pflegekräfte arbeiten oft mit körperlich eingeschränkten, schwer kranken oder pflegebedürftigen Menschen zusammen, was die Belastung sowohl körperlich als auch emotional enorm erhöhen kann. Hinzu kommen eine Vielzahl von Gefahrenquellen, die regelmäßig für Unfälle und Erkrankungen sorgen können. Es sind vor allem folgende Aspekte, die den Arbeitsschutz in der Pflege besonders wichtig machen: Körperliche Belastungen durch Heben und Bewegen von Patienten Das Heben und Bewegen von Patienten gehört zum Pflegealltag und stellt eine der größten physischen Belastungen für die Mitarbeiter dar. Pflegekräfte müssen häufig Patienten lagern, umbetten oder transportieren, was zu Muskel- und Skeletterkrankungen führen kann, wenn dies nicht korrekt ausgeführt wird. Besonders problematisch ist die körperliche Belastung, wenn die richtige Technik nicht angewendet wird oder ergonomische Hilfsmittel fehlen. Psychische Belastungen und Stress Die Arbeit in der Pflege ist emotional belastend. Pflegekräfte sind täglich mit der Sterblichkeit, Krankheit und den Bedürfnissen von Menschen konfrontiert, was zu einem hohen Stresslevel führen kann. Längere Arbeitszeiten, Schichtarbeit und die Verantwortung für die Patienten können zudem zu psychischen Belastungen wie Erschöpfung, Burnout und Depressionen führen. Daher ist es wichtig, auch auf die psychische Gesundheit der Mitarbeiter zu achten und präventive Maßnahmen zu ergreifen. Infektionsgefahr und biologische Gefährdungen Pflegekräfte sind in besonderem Maße Gefahren durch Infektionskrankheiten wie Grippe, COVID-19 oder multiresistente Keime ausgesetzt. Der Kontakt mit Körperflüssigkeiten und infizierten Patienten kann zu einer Übertragung von Krankheiten führen, was eine der größten Herausforderungen für den Arbeitsschutz im Pflegebereich darstellt.

Wichtige Arbeitsschutzmaßnahmen in der Pflege

Arbeitsschutz in der Pflege erfordert individuelle und spezialisierte Maßnahmen, die den unterschiedlichen Risiken im Pflegealltag gerecht werden. Von der richtigen Schulung der Mitarbeiter über den Einsatz ergonomischer Hilfsmittel bis hin zur Sicherstellung hygienischer Arbeitsbedingungen – hier sind einige der wichtigsten Arbeitsschutzmaßnahmen, die in der Pflege nicht fehlen dürfen. Schulungen und regelmäßige Fortbildungen Ein elementarer Bestandteil des Arbeitsschutzes ist die regelmäßige Schulung der Pflegekräfte. Um körperliche Belastungen zu minimieren, sollten die Mitarbeiter in richtigen Hebetechniken, der Nutzung von Hilfsmitteln und ergonomischen Arbeitsmethoden geschult werden. Regelmäßige Fortbildungen zur Verbesserung der Arbeitsweise und zur Vermeidung von gesundheitlichen Beschwerden sind unerlässlich. Auch der Umgang mit stressigen Situationen und die Förderung der psychischen Gesundheit sollten Bestandteil jeder Fortbildung sein. Ergonomische Hilfsmittel und Arbeitsplatzausstattung Ein sicherer Arbeitsplatz im Pflegebereich beginnt bei der richtigen Ausstattung. Um die physischen Belastungen zu verringern, sollten ergonomische Hilfsmittel wie höhenverstellbare Betten, Patientenlifter oder Rollstühle eingesetzt werden. Diese Geräte entlasten die Pflegekräfte und verringern das Risiko von Muskel- und Gelenkverletzungen. Zudem sollte die Raumgestaltung so optimiert werden, dass die Pflegekräfte schnell und sicher auf alle notwendigen Geräte zugreifen können. Schutzkleidung und Hygienevorkehrungen Schutzkleidung wie Handschuhe, Masken und Schutzkittel sind unerlässlich, um Pflegekräfte vor Infektionen zu schützen. Insbesondere bei der Arbeit mit infektiösen Patienten muss eine strikte Hygiene beachtet werden, um das Risiko von Krankheitserregern zu minimieren. Dies umfasst auch regelmäßige Schulungen zur richtigen Handhabung von Schutzkleidung sowie zur Desinfektion von Händen und Arbeitsflächen. Stressbewältigung und psychische Gesundheitsförderung Da psychische Belastungen im Pflegebereich häufig sind, sollte der Arbeitsschutz auch präventive Maßnahmen zur Stressbewältigung und psychischen Gesundheitsförderung umfassen. Dazu gehören regelmäßige Supervisionen, Stressmanagement-Workshops oder die Möglichkeit, sich in schwierigen Situationen Unterstützung zu holen. Auch eine gesunde Work-Life-Balance ist für Pflegekräfte von großer Bedeutung, um langfristig arbeitsfähig zu bleiben.

Die Rolle der Führungskraft im Arbeitsschutz

Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle beim Arbeitsschutz in der Pflege. Sie sind nicht nur für die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben verantwortlich, sondern auch dafür, dass alle Mitarbeiter die nötigen Ressourcen und Schulungen erhalten, um sicher arbeiten zu können. Eine Führungskraft sollte ein offenes Ohr für die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter haben und ein Umfeld schaffen, in dem Sicherheit und Gesundheit an erster Stelle stehen. Dazu gehört auch die Förderung einer offenen Kommunikation, sodass Mitarbeiter gesundheitliche Probleme oder gefährliche Situationen frühzeitig melden können. Führungskräfte müssen die Bedeutung des Arbeitsschutzes aktiv vorleben und mit gutem Beispiel vorangehen. Sie sollten regelmäßig den Zustand der Arbeitsplätze und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter überprüfen und bei Bedarf schnelle Maßnahmen ergreifen. Ebenso sollten sie die Mitarbeiter regelmäßig in den Arbeitsprozessen einbeziehen und sie ermutigen, ihre Ideen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit zu teilen.

Über den Autor:

Hendrik Brexel
Fachkraft für Arbeitssicherheit & Brandschutz Beauftragter
Wir bieten Unternehmen in NRW eine moderne, praxisnahe und empathische sicherheitstechnische Betreuung – für mehr Sicherheit, weniger Bürokratie und echte Entlastung.

Fragen und Antworten:

Welche Aufgaben hat der Sicherheitsbeauftragte in der Pflege?
Der Sicherheitsbeauftragte in der Pflege ist für die Organisation und Durchführung der Sicherheitsmaßnahmen verantwortlich. Er führt Gefährdungsbeurteilungen durch, schult die Mitarbeiter und sorgt dafür, dass alle Schutzvorkehrungen eingehalten werden. Zudem übernimmt er die Dokumentation der Sicherheitsmaßnahmen und ist Ansprechpartner bei Sicherheitsfragen.
Wie kann Stress in der Pflege gemindert werden?
Stress in der Pflege kann durch regelmäßige Schulungen zu Stressmanagement, durch Supervisionen und durch die Förderung einer gesunden Work-Life-Balance gemindert werden. Führungskräfte sollten ein offenes Ohr für die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter haben und dafür sorgen, dass Unterstützung bei psychischen Belastungen angeboten wird.
Welche Schutzkleidung wird in der Pflege benötigt?
In der Pflege ist Schutzkleidung wie Handschuhe, Masken, Kittel und gegebenenfalls Schutzbrillen notwendig, um sich vor Infektionen zu schützen. Diese sollten regelmäßig gewechselt und korrekt entsorgt werden, um eine Verbreitung von Krankheitserregern zu vermeiden.
Was sind die größten Risiken im Pflegeberuf?
Die größten Risiken im Pflegeberuf sind körperliche Belastungen durch das Heben und Bewegen von Patienten, psychische Belastungen durch den intensiven Kontakt mit kranken oder pflegebedürftigen Menschen sowie die Gefahr von Infektionen. Diese Risiken erfordern spezifische Schutzmaßnahmen und Schulungen.
Wie häufig sollte Arbeitsschutz in der Pflege überprüft werden?
Arbeitsschutz in der Pflege sollte regelmäßig überprüft werden. Es empfiehlt sich, alle sechs Monate eine umfassende Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und die Mitarbeiter mindestens einmal jährlich in den relevanten Sicherheitsmaßnahmen zu schulen. Bei Änderungen der Arbeitsbedingungen oder neuen Risiken sollte die Arbeitsschutzunterweisung sofort angepasst werden.
Was kann ein Pflegeunternehmen tun, um die körperliche Belastung der Mitarbeiter zu reduzieren?
Ein Pflegeunternehmen kann ergonomische Hilfsmittel wie Patientenlifter, höhenverstellbare Betten und Rollstühle bereitstellen, um die körperliche Belastung der Mitarbeiter zu verringern. Zudem sollten regelmäßige Schulungen zur richtigen Technik beim Heben und Bewegen von Patienten durchgeführt werden, um Verletzungen vorzubeugen.

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Hendrik Brexel
Fachkraft für Arbeitssicherheit
Brandschutz Beauftragter
Anna Reiter
Fachkraft für Arbeitssicherheit
Brandschutz Beauftragte